Ratgeber · Grundlagen

Unser Laser: 300 Watt, und wohin sie gehen.

Wer ein Teil aus der Hand gibt, darf wissen, was damit passiert. Hier steht, mit welchem Gerät wir arbeiten, wie der Laser Schichten abträgt und für welche Arbeiten er sich eignet.

Von Kevin Achtzehn, Inhaber. Aktualisiert am 15.07.2026.

Unser Laserreiniger im geöffneten Transportkoffer auf der Werkbank: Bedienpanel mit Kippschalter und rotem Not-Halt, daneben die aufgerollte Nabelschnur zum HandstückBeispiel

Kurz gesagt: Wir arbeiten mit einem handgeführten, gepulsten Faserlaser: 300 Watt bei 1064 Nanometern. Der Abtrag wird direkt an der Entstehungsstelle abgesaugt und gefiltert. Für dich heißt das: Rost, Lack und andere Schichten kommen runter, ohne Strahlmittel in Gewinden, Kanälen oder Fugen zu hinterlassen.

Das Gerät in drei Zahlen.

Drei Angaben entscheiden, was ein Laserreiniger kann und was er verlangt. Alles andere folgt daraus.

Leistung

300 W

Gepulster Faserlaser

Stark genug für Fassadenflächen, fein genug für Gravuren. Nicht die Wattzahl reinigt, sondern der einzelne Puls.

Wellenlänge

1064 nm

Infrarot, punktgenau dosierbar

Die Parameter werden auf Material und Schicht abgestimmt.

Einsatz

Mobil

Vor Ort und in der Werkstatt

Für Fassaden und Objekte genauso wie für abgegebene oder eingesendete Teile.

Gepulst heißt: Der Laser strahlt nicht durchgehend, sondern in sehr kurzen Blitzen im Nanosekunden-Bereich. Genau das macht ihn für Reinigung brauchbar. Ein Dauerstrahl derselben Leistung würde das Material aufheizen; der kurze Puls bringt seine Energie schneller in die Schicht, als die Wärme ins Material darunter abfließen kann. Wie daraus ein sauberer Grundwerkstoff wird, steht im Detail unter Wie funktioniert Laserreinigung?

Drei Wege, den Strahl zu stoppen.

Ein Klasse-4-Laser ist kein Gerät, das man aus der Hand legt, während es läuft. Deshalb ist der Normalzustand „aus“, nicht „an“.

  1. Totmannschalter: Loslassen schaltet ab

    Der Strahl läuft nur bei gedrückter Taste am Handstück. Wer loslässt, schaltet ihn sofort ab. Das ist der normale Arbeitsweg – nicht erst der Notfall.

  2. STOP-Taster: Abschalten am Handstück

    Ein zweiter STOP-Taster sitzt direkt am Handstück. Er lässt sich ohne Umgreifen auslösen; niemand muss dafür zum Bediengerät zurücklaufen.

  3. Not-Halt: Abschalten am Bedienpanel

    Der Not-Halt am Bedienpanel trennt die Anlage. Er ist der dritte und letzte Abschaltweg, falls Loslassen und der STOP-Taster am Handstück nicht genügen.

Das Handstück unseres Laserreinigers auf der Werkbank: der rote STOP-Taster sitzt oben auf dem Gehäuse, direkt über der OptikBeispiel
Der rote Taster oben auf dem Handstück ist der zweite der drei Wege. Der erste liegt unter dem Zeigefinger, der dritte im Koffer.

Warum wir absperren, auch für ein kleines Teil.

Schutzbereich

GBU

Aus Endgerät und Einsatz berechnet

Strahldaten, Optik und Umgebung bestimmen die Grenze — nicht eine runde Marketing-Zahl.

Was daraus folgt

Ein Laserbereich wird abgesperrt und gekennzeichnet, bevor der erste Puls fällt. Die Gefährdungsbeurteilung legt fest, wie er überwacht wird und ob dafür eine zweite unterwiesene Person nötig ist. Strahlführung und Publikumsverkehr werden nicht auf Hoffnung gleichzeitig bedient.

Der Schutzaufwand erklärt auch, warum wir etwas nicht anbieten: eine Vorführung vor Publikum. Ein offener Klasse-4-Laserbereich ist auf einer Veranstaltung nicht seriös darstellbar. Was stattdessen geht, sagt mehr aus: eine Musterfläche an deinem eigenen Objekt.

Was der Laser ablöst, muss irgendwo hin.

Alte Beschichtungen sind selten harmlos: In Altlacken stecken je nach Baujahr Blei oder Chromate. Was der Strahl löst, wird deshalb nicht einfach in die Luft entlassen.

Absaugung an der Entstehungsstelle

Eine mobile Absauganlage mit HEPA- und Aktivkohlefilter erfasst den Abtrag dort, wo er entsteht, beim Einsatz vor Ort genauso wie in der Werkstatt. Das ist keine Kür: Die Gefahrstoffverordnung verlangt es, und der Filterstaub geht in die dafür vorgesehene Entsorgung.

Was bei dir davon ankommt

Kein Strahlmittel, das du hinterher aus Gewinden und Kanälen holst. Kein Abwasser, kein Schlamm, keine Chemiereste. Was bleibt, ist eine dünne Linie trockener Staub, und die ist beim Absaugen schon weg.

Ergebnis einer Laserreinigung: ein sauberer Aluminium-Ventildeckel, daneben eine dünne Linie feinen trockenen Staubs und die Düse der AbsaugungBeispiel
Der ganze Abtrag eines Teils: eine dünne Linie feiner, trockener Staub, direkt abgesaugt und gefiltert.

Drei Dinge, die wir mit diesem Gerät nicht machen.

Was ein Werkzeug nicht kann, sagt mehr über den Betrieb als eine Liste seiner Stärken.

Wir beschichten nicht

Der Laser entfernt, er trägt nichts auf. Ein dauerhafter Graffitischutz wird aufgetragen, nicht gelasert: Das macht ein Maler- oder Lackierbetrieb. Wir sagen dir, wann sich das lohnt, und machen es nicht selbst.

Keine Vorführung vor Publikum

Ein offener Klasse-4-Laserbereich ist auf einer Veranstaltung nicht seriös darstellbar. Die Musterfläche an deinem Objekt ersetzt das und beweist mehr.

Keine gefasste Substanz im Alleingang

An gefassten oder pigmentierten Denkmalflächen reagieren historische Pigmente auf Wärme. Da arbeiten wir nur mit Restaurator und Denkmalbehörde, und die Musterfläche entscheidet, nicht der Prospekt.

Häufige Fragen zu unserem Gerät.

Mit welchem Laser arbeitet ihr?

Mit einem handgeführten, gepulsten Faserlaser: 300 Watt mittlere Leistung bei 1064 Nanometern Wellenlänge, Pulsdauer im Nanosekunden-Bereich. Das Gerät ist als Laserklasse 4 eingestuft, die höchste Klasse. Es ist mobil, arbeitet also beim Objekt vor Ort genauso wie in der Werkstatt an eingesendeten Teilen.

Ist ein 300-Watt-Laser gefährlich für mein Teil?

Für das Teil ist nicht die Wattzahl entscheidend, sondern die Einstellung. Die Parameter werden auf den Belag abgestimmt, sodass der Abtrag am gesunden Grundwerkstoff stoppt (das Prinzip steht im Detail unter Wie funktioniert Laserreinigung?). Bei allem, was empfindlich oder schichtkritisch ist, klären wir das vorher an einer kleinen Musterfläche am Objekt selbst.

Kann ich mir den Laser vorher einmal vorführen lassen?

Vor Publikum nicht. Ein offener Klasse-4-Laser braucht einen berechneten, abgesperrten und überwachten Laserbereich; das lässt sich auf einer Veranstaltung nicht seriös herstellen. Was stattdessen geht und mehr aussagt: eine Musterfläche an deinem eigenen Objekt, mit dokumentiertem Ergebnis und den gefahrenen Parametern. Das ist der ehrlichere Beweis als eine Vorführung an fremdem Material.

Passt dein Objekt zu diesem Gerät?

Schick ein paar Fotos. Wir sagen dir ehrlich, ob der Laser passt, welches Ergebnis realistisch ist und was es kostet. Kostenlos und unverbindlich.